CO2 aus Hefegärung
Evaluation der Sinnhaftigkeit von
Geliermitteln
Dazu hat nach einer Diskussion in drta (vorgeschlagen
in <96olmg$m0vne$1@ID-43225.news.dfncis.de> und
begonnen in <3A92342B.FA0F15F1@uklibk.ac.at>
Werner
Klotz eine Versuchsreihe gestartet, die hier im
Detail wiedergegeben ist.
Vorab die Ergebnisse:
Meine bis dahin vertretene Ansicht, dass das
Geliermittel keinen Vorteil bringt, wurde widerlegt,
weil
1) Die Diffusion doch eher langsam ist (vermutlich durch
die große Schichtdicke).
2) Die Hefe im Überschuss ist und dadurch ein
gleichmäßiges, langsames Vergären des vorhandenen Zuckers
erreicht wird.
Wie Werner Klotz anmerkt, wird es im Realansatz
möglicherweise etwas schneller gehen, weil das Gel
weniger als 50% der gesamten Schichtdicke
einnimmt.
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Detailergebnisse und Beschreibung

Abb.1: Saccharosekonzentration im Überstand mit
Carrageen bzw. Agarose als Geliermittel, in Abhängigkeit
von der Zeit
Auszug aus
<96olmg$m0vne$1@ID-43225.news.dfncis.de>:
Aus dem üblichen
ca. 1%igen Gel (Gelatine, Agarose, Carrageen,...)
diffundiert das kleine Saccharosemolekül ziemlich
ungehindert in die darüber geschichtete Wasserphase; nach
wenigen Stunden sollte die Konzentration von Saccharose
in beiden Phasen gleich sein.
Die Hefe kann nur in der wässrigen Phase arbeiten, so
dass die dort ständig abnehmende Konzentration durch
Nachdiffusion wieder angeglichen wird. Tatsächlich sollte
sich aber dadurch nur eine Verzögerung von wenigen
Stunden gegenüber einer einphasigen Zuckerlösung
ergeben.
Ich habe leider keinen Zugang zu einem Refraktometer
mehr; damit ließe sich diese Behauptung sehr rasch zeigen
oder widerlegen.
Ansatz: 200g Zucker in ca.300ml Wasser lösen und das Gel
wie üblich anfertigen.
Nach dem Erstarren mit Wasser auf 1l überschichten.
Alle Stunden Probe entnehmen und den Zuckergehalt
messen.
Kurve mit Annäherung an eine 20%ige Lösung zeichnen.
(Oder bei entsprechenden Kenntnissen, die mir fehlen,
aus den
Diffusionskoeffizienten und Konzentrationen u.
Temperatur berechnen
;-)
Zwischenbericht zur Diffusion von
Saccharose aus Agarose- und Carrageengelen
(von Werner Klotz)
Der von mir
angekündigte Diffusionsversuch, welcher Klärung über die
Sinnhaftigkeit von Geliermitteln in Bio-CO2 Ansätzen
bringen sollte läuft mittlerweile seit einer Woche.
In 1000 ml Messkolben wurden ein 1%iges Agarosegel
(5g/500gH2O) sowie ein carrageenhaltiges Tortengelee (Fa.
Haas, 11g) gegossen. Das Tortengelee wurde , wie ich es
auch bei meinen Bio-CO2 Ansätzen mache, in der halben,
auf der Pkg. angegebenen Konzentration (1 Pkg/500gr H2O)
angesetzt. Die beiden Gele enthielten jeweils 200 g
Saccharose, was eine theoretische Endpunktkonzentration
von 20g/100g im Überstand erwarten lässt. Das erkaltete
Gelee wurde mit 500g H2O überschichtet und die Dichte des
Überstandes mittels Aräometer gemessen.
Die Höhe des Gels im Messkolben betrug 145 mm, der
Innendurchmesser des Kolbens 60mm.
Vor jeder Messung wurde der Überstand durch Rühren
vermischt, wie es beim CO2 Ansatz durch aufsteigende
Gasblasen ebenfalls zu erwarten ist.
Zwei um 8 Stunden zeitversetzte Ansätze wurden auf
Anraten von Hr. Peter Gründler ebenfalls angesetzt, die
Ergebnisse aber nicht in den Zeitverlauf eingebracht, da
sich in den ersten 24h der Effekt der Durchmischung durch
das Rühren stärker als der Zeiteffekt auf die
Zuckerkonzentration auswirkte, was in einem etwas
langsameren Anstieg in den "Abendansätzen" welche in den
ersten Stunden nicht gerührt wurden resultierte. Nach 48
h war die Zuckerkonzentration in beiden Ansätzen
angeglichen, so dass auf weitere Parallelmessungen
verzichtet wurde.
Zur Bestimmung der Zuckerkonzentration wurde eine
Saccharoselösung (20g/100gH2O) schrittweise verdünnt, die
Dichte der einzelnen Verdünnungen ermittelt und eine
Kalibrationskurve mittels 4 Parameter Logistik
berechnet.
Der Ansatz entspricht nicht exakt den Bedingungen in den
Gärgefäßen der Aquarianer, da hier je nach Form des
Gärgefäßes die Schichtdicke des Gels und die
Kontaktfläche zwischen Gel und Überstand, zwei sicherlich
bedeutende Faktoren, von den Versuchsbedingungen
abweichen. Nach einer Woche betrug die
Zuckerkonzentration im Überstand 2,917g/100g, der
Großteil des Zuckers ist also noch im Gel gelöst.
Die Zuckerkonzentration im Überstand beträgt nach ca. 4
Wochen 5 bzw. 6% . Die theoretische Endkonzentration von
20 % ist also noch lange nicht erreicht.
Interessanterweise verlief die Diffusion im deutlich
härteren Agarosegel etwas rascher als im Tortengelee. Das
Experiment wurde aber hier abgebrochen, da keine neuen
Erkenntnisse mehr zu erwarten sind.
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