CO2 aus Hefegärung
Einfluss der Luftmenge über dem
Gäransatz auf die Hefemenge
(und dadurch die Menge des pro Zeiteinheit produzierten CO2)
Dazu hat nach einer Diskussion in drta
(vorgeschlagen in <9nnr8i$91vn7$2@ID-43225.news.dfncis.de> und
begonnen in <3b914d17.3456650@news.t-online.de>
Werner
Klotz dankenswerter Weise eine Versuchsreihe gestartet, die hier im
Detail wiedergegeben ist.
Vorab die Ergebnisse:
Wie vermutet, liegen die Nährstoffverhältnisse
(PO4 u.a.) im Aquarienwasser so, dass trotz des der Sauerstoffs in der
über dem Gäransatz vorhandenen Luft nur minimale Vermehrung der Hefe
stattfindet.
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Detailergebnisse und Beschreibung

Abb.2: Proliferation in Abhängigkeit von der Zellzahl und dem Gas
über dem Ansatz
Werner Klotz in
<3BB31FD6.28CE9928@uklibk.ac.at>:
Meinem Ansatz liegt die Fragestellung zugrunde, inwieweit die Luftmenge in
den Gärgefäßen einen Einfluss auf die Teilung der Hefezellen, damit auf
die Anzahl der Gärung beteiligen Hefezellen, damit auf die CO2-
Produktion pro Zeiteinheit und letztlich auf die Standzeit der
Gäransätze hat.
Das Wachstum der Hefezellen unter optimalen Bedingungen (Ausreichendes
Nährstoffangebot, künstliche Belüftung, geregelte Temperatur und
ständigem Rühren..) ist von den Verfahrenstechnikern hinreichend
untersucht worden und soll hier in keinster Weise diskutiert werden.
Vielmehr kommt es in unseren, zur CO2 Produktion zwecks Düngung von
Aqarienbeflanzungen verwendeten Gärgefäßen, zu stark vom Optimum
abweichenden Bedingungen.
Die Hefen setzten sich infolge mangelnder Durchmischung teilweise am
Boden der Gärgefäße ab, die Temperatur ist oftmals starken Schwankungen
unterworfen und zudem oft unter dem für Hefezellen optimalen Bereich,
eine für die optimale Vermehrung von Hefen notwendige
Sauerstoffversorgung ist nur in den ersten Stunden der Ansätze zu
erwarten und letztlich kommt es durch den Einsatz von gereinigtem Zucker
und sauberem Wasser möglicherweise zu einem Mangel an Nährstoffen.
Selbst die Definition ob die Bedingungen hier als aerob oder anaerob zu
bezeichnen sind, dürfte schwierig sein, da es nur ungenaue Hinweise
gibt, wie schnell der Sauerstoffvorrat in den Gärgefäßen durch sich
bildende Gärgase verdrängt wird, bzw. sich die am Boden der Ansätze
absetzende Hefen vom Sauerstoffvorrat über der Gärflüssigkeit
profitieren können.
Da in den Diskussionen regelmäßig die Frage nach einer Regelung der CO2
Produktion durch die eingesetzte Hefemenge oder aber wie in neuerer Zeit
mehrfach andiskutiert über die über den Gärlösungen befindliche
Luftmenge aufgetaucht ist, möchte ich einen Versuch machen, durch eine
einfache Versuchsanordnung unter jenen Bedingungen, wie sie in vielen
BIO-CO2 Ansätzen zu finden sind, ein kleines Teil zur Klärung dieser
Frage beizutragen.
In 200ml Gärgefäßen wurden folgende Ansätze gemacht:
1) 100ml Saccharoselösung 10GV% (Normalkristallzucker Agrana Wien),
1*10E09 Hefezellen(Trockenhefe Germ Ed. Haas Nährmittel Wien),
100 ml
Luft über der Gärlösung
2) 100ml Saccharoselösung 10GV% (Normalkristallzucker Agrana Wien),
1*10E10 Hefezellen(Trockenhefe Germ Ed. Haas Nährmittel Wien),
100 ml
Luft über der Gärlösung
3) 100ml Saccharoselösung 10GV% (Normalkristallzucker Agrana Wien),
1*10E09 Hefezellen(Trockenhefe Germ Ed. Haas Nährmittel Wien),
100 ml
Stickstoff über der Gärlösung
4) 100ml Saccharoselösung 10GV% (Normalkristallzucker Agrana Wien),
1*10E10 Hefezellen(Trockenhefe Germ Ed. Haas Nährmittel Wien),
100 ml
Stickstoff über der Gärlösung
Die Gäransätze wurden luftdicht verschlossen, die sich bildenden Gase
über einen dünnen PVC Schlauch und einen Blasenzähler abgeführt.
Die beiden Ansätze mit der Stickstofffüllung wurden unter
Schutzatmosphäre (Stickstoff) abgefüllt und verschlossen.
Die Zuckerlösung wurde mit mäßig belastetem (NO3 20mg/l, NO2 n.n.)
Aquarienwasser hergestellt, der Sauerstoffgehalt des Wassers wurde nicht
gemessen.
Die Dauer des Ansatzes betrug 7 Tage bei Raumtemperatur.
Am 7. Tag wurden die Hefezellen in allen 4 Ansätzen mittels Zählkammer
nach Bürker ausgezählt:
Ergebnisse:
Ansatz 1) (1*10E09 Hefezellen mit Luft): 1,67E09 Hefezellen
Ansatz 2) (1*10E09 Hefezellen mit Stickstoff): 1,58E09 Hefezellen
Ansatz 3) (1*10E10 Hefezellen mit Luft): 1,62E10 Hefezellen
Ansatz 4) (1*10E10 Hefezellen mit Stickstoff): 1,45E10 Hefezellen
In allen vier Ansätzen haben sich die Hefezellen nur unwesentlich, um
ca. 50% vermehrt. In meinen Ansätzen war kein deutlicher Unterschied
zwischen den Ansätzen mit Luft über der Gärlösung und den Ansätzen mit
Stickstofffüllung zu erkennen. Die eingesetzte Hefenmenge erwies sich
für den Gärverlauf von größerer Bedeutung als die Menge des Luftvorrates
in den Gärgefäßen.
mfg Werner
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