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[ CO2 aus Gärung ]

 

CO2 aus Hefegärung

Anleitungen

Das Prinzip ist immer das gleiche; die technische Umsetzung ist variantenreich. Hier sind mehrere gebräuchliche Ansätze beschrieben.

Um zu verhindern, dass das CO2 als Blase aufsteigt und die Oberfläche erreicht, bevor das CO2 im Wasser gelöst ist, wurden verschiedene Systeme entwickelt, die mindestens eines dieser zwei Ziele verfolgen:

  1. Vergrößerung der Oberfläche
  2. Verlängerung der bis zur Oberfläche zurückgelegten Wegstrecke

Der Paffrath-Diffusor ist im Prinzip eine umgedrehte Schale und erzielt von den obigen Zielen nur 1).

Der Lindenholzausströmer vergrößert die Oberfläche, indem die Blasengröße stark verkleinert wird, also Ziel 2).

Die u.a. von Dennerle angebotenen Schnecken und Flipper vergrößern die Wegstrecke; durch die Anordnung der Austrittsöffnung beim Flipper sind auch die Blasen relativ klein, sofern der Flipper absolut senkrecht angebracht ist. Die Schnecke wurde offenbar kürzlich zugunsten eines Diffusors nach Paffrath aus dem Programm genommen.

Ansätze

in Lösung | mit Gelatine | mit Tortengelee

Für kleine Aquarien bis mindestens 112l kann man unter Verwendung einer handelsüblichen Kleinanlage das Auslangen finden, die CO2 aus Hefegärung gewinnt (Dennerle CO30).

Für 60cm-Becken reicht die Anlage so wie sie verkauft wird; nachbefüllbar ist die Flasche mit folgendem
 

Ansatz in Lösung:

Hier befindet sich die Hefe in Dispension in der homogenen Zuckerlösung. Die Zuckerkonzentration im die Hefe umgebenden Medium ist also anfangs hoch und sinkt mit dem Verbrauch der Lösung ab.

Der limitierende Faktor ist hier die Hefemenge. Es ist also für längere Zeit mehr Zucker verfügbar, als die Hefe verarbeiten kann. Erst unterhalb einer bestimmten Konzentration kann die Hefe nicht mehr auf voller Leistung arbeiten und die CO2-Produktion sinkt.

Die Deckel haben ein kleines Sinterplättchen drin. Ich habe dieses entfernt, um ein Zusetzen und dadurch Platzen der Flasche oder Auslaufen des Ansatzes durch das Gewinde zu verhindern.

Rezept für 60cm-Becken
100g ZuckerAngabe der Hefemengen für 0,5 und 1,2l Zuckerlösung
in 300ml lauwarmem Wasser (nicht über 37°) lösen, in die Flasche geben.
Die unter dem 1-Pfennigstück gezeigte Menge Hefe in etwas Wasser auflösen und dazugeben.
in die Originalflasche geben, bis zur Markierung mit Wasser auffüllen.
Zuschrauben, Blasenzähler anschließen, mit Flipper verbinden.

 

Die CO2-Produktion sollte innerhalb 24 Stunden angelaufen sein. In seltenen Fällen läuft die Reaktion nicht an, dann neu befüllen.

Hefegärung unter Verwendung einer 1,5l PET-Flasche und Dennerle-Teilen Für 80cm-Becken verwendet man besser eine 1,5l PET-Flasche.
Der entsprechende Aufbau ist im Bild dargestellt.

Ansatz:
150-200g Zucker
in 500ml Wasser lösen und in die Flasche geben.
Die unter dem 10-Groschenstück gezeigte Menge Hefe in etwas Wasser lösen und dazugeben.
Mit Wasser auf ca. 1,2l auffüllen (bis zur Versteifungskerbe).
Zum Einfluss der Luftmenge über dem Ansatz siehe hier.

In beiden Fällen  geht die Reaktion für ca. 3 Wochen; sie ist nicht so gleichmäßig und nicht so reproduzierbar wie bei der Dennerle-Originalflasche.

Der limitierende Faktor ist hier die Hefemenge.

 


Ansatz mit Diffusionshemmung mittels Gelatine

Das folgende alternative Rezept stammt von Monika Cisch und wurde am 7.8.2000 in news:de.rec.tiere.aquaristik mit der MID <20000807.17275400@host-216-78-40-48.ath.bellsouth.net> gepostet. Wiedergabe mit Genehmigung der Autorin. Danke, Monika!

Abbildung der CO2-Anlage von Monika Cisch

300 g Zucker in  ca. 3/4-1l Wasser lösen
mit Gelatine eindicken, in eine 2l PET-Flasche gießen und warten bis es fest ist.
Auf ca. 1,5l mit Wasser auffüllen, Trockenhefe zugeben (Monika nimmt eine Messerspitze für ein 40l-Aquarium)
Der Ansatz hält bei ca.26°C für ca. 6 Wochen, bei ca. 23°C für ca. 8 Wochen.

ACHTUNG! In news:de.rec.tiere.aquaristik (MID: <8rl25n$ic0bt$1@ID-47810.news.cis.dfn.de>) berichtete Joachim v.d.Tann von einem Unfall, der möglicherweise durch zu konzentrierte (harte) Agarose hervorgerufen war. Bitte auf die Konsistenz der Gelschicht achten!

 


Ansatz mit Diffusionshemmung mittels Tortengelee

Die Methode ist ähnlich der vermutlich von Dennerle in der CO30 verwendeten und soll gleichmäßigere Gärung bringen. Ich selbst habe es mit Gelatine und Johannesbrotkernmehl (Tortengelee) versucht, ohne einen wesentlichen Unterschied zu bemerken.

Mein Rezept für 2 Flaschen Dennerle CO30 (reicht für 60-80cm-Aq) oder eine 1,5l PET-Flasche (bis ca. 200l-Becken):

200g Zucker und ein Päckchen Tortengelee klar (Dr. Oetker, 12g, enthält als Gelier- und verdickungsmittel Carrageen und Johannisbrotkernmehl) in 250ml Wasser aufkochen, leicht ankühlen lassen und zu gleichen Teilen in die beiden CO30-Flaschen gießen. Reicht bis oberhalb des 2. 'N' im 'DENNERLE'-Schriftzug.

Nach dem vollständigen langsamen Erkalten eine etwas größere Menge Trockenhefe als oben angegeben zusetzen und mit lauwarmem Wasser (od. Aquarienwasser) bis zur Marke auffüllen.

In diesem Ansatz ist der aus dem Gelee diffundierende Zucker der limitierende Faktor.

Dazu hat nach einer Diskussion in drta (vorgeschlagen in <96olmg$m0vne$1@ID-43225.news.dfncis.de> und begonnen in <3A92342B.FA0F15F1@uklibk.ac.at> Herr Werner Klotz eine Versuchsreihe gestartet, die hier im Detail wiedergegeben ist.

 

Disclaimer: Die hier gezeigten Methoden beruhen auf eigenen Erfahrungen, die nur mit den genannten Produkten und Hilfsmitteln gewonnen wurden. Es ist möglich, dass mit anderen Produkten und durch andere Personen unter anderen Bedingungen andere - schlechtere, vergleichbare oder bessere - Ergebnisse erzielt werden können.
 
Die dargestellten Methoden sollen nicht von der Verwendung kommerziell erhältlicher Produkte gleicher oder ähnlicher Wirkweise und/oder Zusammensetzung abhalten und stellen deren Qualität oder Sinnhaftigkeit in keiner Weise in Frage.

 

© 2005 Dr. Peter Gründler

Letzte Änderung: 7. Juli 2002